Ein Blick in die Stadtgeschichte hilft, das Beziehungsgeflecht der öffentlichen Räume zu verstehen. Die kleinteilige Bebauung blieb bis zum 2. Weltkrieg erhalten. Im Juni 1943 zerstörte ein Bombenangriff große Teile der Innenstadt. In der Wiederaufbauphase wurden die historischen Raumgefüge vernachlässigt und traten in den Hintergrund.
Leitgedanke war, die in Teilbereichen noch erkennbare historisch gewachsene unregelmäßige Stadtstruktur wieder lesbar zu machen. Wichtige öffentliche Räume im Zentrum von Mülheim sollten miteinander vernetzt und in Beziehung gebracht werden. Einzelräume wurden mit ihren jeweiligen Qualitäten gestärkt und durch die Gestaltung des öffentlichen Raums vernetzt. Die historischen Raumbeziehungen sollten ‚wiederbelebt’ werden und in ihrer Wahrnehmung gestärkt werden. Mit ihrer Funktion als Geschäftsstraße sollte die Verbindungs- und Aufenthaltsqualität der Leineweberstraße für den Fuß- und Radverkehr gestärkt werden. Die bestehenden Platanen als prägendes Element der Leineweberstraße vermitteln dem Raum seinen Charakter als Allee und grünes Band. Im Mittelpunkt der Gestaltung stand die Idee, durch eine Ausdünnung des Baumbestandes um jeden zweiten Baum, entspräche dies im Wesentlichen einem Abstand, den man bei einer Platanenpflanzung heute wählen würde. Die Gestaltung der Leineweberstraße orientiert sich an einer klassischen klaren Zonierung des Raums. Dabei werden die Flächen der Fußgängerbereiche durch ‚eingewebte’ sandfarbene Plattenbänder aufgehellt und verzahnen über Mischflächen Fußgänger, Flaneur, Rad und Autofahrer bzw. ÖPNV.
Projektinformationen
Hochbau:
reicher haase Stadtplaner, IB Kühnert Verkehrsplaner
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