Motivation

Der Aspekt der Entwicklungsfähigkeit einer landschaftsarchitektonischen Anlage ist für Birgit Hammer wichtig; Alterungserscheinungen, eine gewisse Patina empfindet sei vielmehr als erstrebenswerte Qualitätsmerkmale. Bei einem prägnanten und stabilen räumlichen Konzept können Spuren als Zeichen von Nutzung nicht nur in Kauf genommen werden, sondern sie sind sogar erwünscht.

Ein solches Verständnis vom städtischen Raum ermöglichte es der Landschaftsarchitektin auch, mit Negativfaktoren wie Lärm, städtebaulichen Wunden und Bindungen bei einer Neuplanung offensiv umzugehen. Als Kennzeichen eines komplexen Stadtlebens werden diese gestalterisch miteinbezogen – und tragen zu ortsspezifischen und überraschenden Lösungen bei. Unter Offenheit will Birgit Hammer aber keineswegs Beliebigkeit oder Status-quo-Denken verstanden wissen. Immer sind für sie klare räumliche Strukturen die Voraussetzung für Funktionalität und Erlebbarkeit von Landschaftsarchitektur. Respekt für Vorhandenes bezeichnet die Landschaftsarchitektin als Prinzip ihrer Herangehensweise. Richtig interpretiert, so Birgit Hammer, kann dabei Behutsamkeit im Umgang mit dem Ort jedoch auch bedeuten, radikal einzugreifen, etwa beim Abriss eines Gebäudes zugunsten der Freiraumbezüge.«

Philipp Sattler
In Topos/ Landschaftsarchitektur im Profil